Terrains Vagues: Le Grand Paris

WS13_Grand_Paris
Seminar WS 13/14
B.Sc., M.Sc., Dipl. | Wahlmodul
Dozent: Lutz Robbers

Terrains Vagues: Le Grand Paris

In 2008 veranstaltete die französische Regierung den städtebaulichen Ideenwettbewerb „Le Grand Pari(s)“. Insgesamt zehn pluridisziplinäre Teams wurden eingeladen, „zukunftsorientierte Diagnosen“ für die Metropole Paris zu erarbeiten. Das Seminar nimmt den Wettbewerb als Ausgangspunkt für die Frage nach der Erforschung jener urbanen Konstellation, die wir gemeinhin als Großstadt bezeichnen. Dabei geht nur vordergründig darum, sich mit den Details des Wettbewerbs und den grundlegenden Problematiken der Metropole Paris vertraut zu machen. Vielmehr werden wir jene Werkzeuge und Medien genauer beleuchten, derer sich Architekten und Städtebauer bedienen, um ein komplexes Phänomen wie die Großstadt in einen anschaulichen und handlungsmächtigen Diskurs zu verwandeln.
Der Begriff Terrain Vague bezieht sich nicht nur auf jene unbebauten, informellen und amorphen Zonen, die sich außerhalb und unterhalb des geordneten und überkodierten Stadtraumes bilden. Mit terrain vague sind auch diejenigen Mittel gemeint, die aus dem Rahmen der herkömmlicher Methoden wissenschaftlicher Forschung fallen, die aber grundlegend sind für Formen architektonischer und städtebaulicher Wissensbildung: Bilder, Diagramme, Texte etc. Die Beziehung zwischen beiden gilt es anhand von Fallstudien mittels diskursanalytischer und kulturwissenschaftlicher Methoden zu untersuchen.
Das Seminar ist folgendermaßen strukturiert: In Anschluss an zwei vorbereitende Sitzungen in Aachen werden wir eine fünftägige Exkursion nach Paris unternehmen. Dort werden wir an exemplarischen Orten die prinzipiellen Fragestellungen des Grand Paris in ihren historischen und theoretischen Dimensionen herausarbeiten. Daneben werden wir die Gelegenheit nutzen, uns mit Akteuren und Kritikern des Grand Paris auszutauschen.