Reisebericht Uzunyayla Rural Research

Reisebericht Uzunyayla Rural Research

Die Exkursion hat im Sommersemester 2023 als Master Wahlfach des Lehr- und Forschungsgebietes Architekturtheorie der RWTH Aachen in Kooperation mit der Fakultät für Architektur der Abdullah Gül University Kayseri stattgefunden.

 

Kontext und Fragestellungen

Uzunyayla (aus dem Türkischen übersetzt: langes Plateau, große Winterweide) ist eine ländliche Region bei Kayseri in der Türkei, die aus einer weiten Fluss- und einer flachen Bergebene besteht. Entlang von zwei Flussläufen befinden sich 42 kleine tscherkessische Dörfer, die hauptsächlich von Getreideanbau und Viehzucht leben. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die Tscherkessen aus dem Kaukasus und wurden von den Osmanen hier angesiedelt. Heute ist die Bevölkerungszahl rückläufig und die Bewohner werden immer älter. Dieser demographische Wandel verändert die Dörfer stark.

Gemeinsam mit Architekturstudierenden und Dozenten der Abdullah Gül Universität in Kayseri und im Dialog mit den Bewohnern sind wir der Frage nachgegangen, was die Zukunft des Dorfes verbessern könnte. Die Ergebnisse des Workshop sollen als Grundlage für weitere Workshops in den kommenden Semestern dienen. Wir werden das Projekt als Forschungsfeld in Zusammenarbeit mit der Architekturfakultät der AGÜ in Kayseri fortsetzen. Langfristig ist geplant gemeinsam eines der typischen leerstehenden und größtenteils schon verfallenen Behausungen, für eine spezielle gemeinschaftliche Nutzung umzuplanen und als Selbstbauprojekt umzusetzen. In dem Projekt ging es um das Thema Landflucht und die damit zusammenhängende Entvölkerung in Dörfern und die Fragestellung, wie man mit dem kulturellen Erbe und mit vernakulärer Architektur umgehen kann. Ähnliche Probleme, die mit dem demografischen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Wandel verbunden sind, existieren nicht nur in der Türkei, sondern auch in Dörfern in Deutschland.

Am konkreten Beispiel eines Dorfhaues in der Türkei beschäftigen wir uns über Methoden der Erfassung und wie diese bewertet werden können. Wir untersuchen die lokalen, ortstypischen Bauweisen und Baumaterialien und entwickeln sie weiter. Dabei lassen wir auch unsere Kenntnisse aus Forschungs- und Design-Build Projekten unseres Lehrgebietes einfließen.

 

Vorgehensweise

In einem 10-tägigen Reiseworkshop haben wir im Dorf Sacayagi weiterhin die typische Bau- und Lebenskultur und den Wandel des Lebens erforscht. Wir haben mit den BewohnerInnen die Studienergebnisse der vergangenen zwei Semester gezeigt und weitere Interviews geführt, um herauszufinden, wie man das alte Dorfhaus in Zukunft nutzen könnte. Wir haben uns die lokalen Bauweisen und Baumaterialen zeigen lassen und in einem Raum des alten Dorfhaus ausprobiert. Die Ergebnisse haben wir und in Form einer Ausstellung im alten Dorfhaus präsentiert und in einem Reisebuch dokumentiert. Neben den Feldstudien haben wir Exkursionen in und um Kayseri, nach Kappadokien und Nigde durchgeführt, wo wir den historischen Baukontext, die traditionellen Bausubstanzen und Bauweisen studiert haben, um die Baukultur und Lebensweisen zu besser zu verstehen.

 

Kooperation und Vorbereitung

Für die inhaltliche Vorbereitung haben wir vor der Reise Fragestellungen und einen Arbeitsplan zu folgenden drei Themen ( Maßstäben) erarbeitet:
1. Das Dorf Saçayagı
2. Das alte Dorfhaus in Saçayagı
3. Die Baukonstruktion und ortstypischen Materialien
Zu Beginn der Reise haben sich die Studierenden der AGU Kayseri und RWTH Aachen kennengelernt und die Feldstudien gemeinsam durchgeführt. Die Auswertung erfolgte in den Arbeitsräumen der AGÜ Kayseri, wo wir ergänzende Zeichnungen und Texte für das Reisetagebuch erstellt haben.

 

Ziele und Ergebnisse

Wir haben unsere Recherchen als Reisetagebuch dokumentiert. Es wird als Grundlage für das im kommenden Semester als Fortsetzung geplante Wahlfach dienen. Die örtlichen Exkursionen wie der Stadtrundgang in Kayseri mit Besichtigungen historischer Bauten und die Tagesexkursion nach Kappadokien mit Besichtigungen der typischen kegelförmigen Gesteinsformationen und den Höhlenbehausungen dienten dazu, die Kenntnisse über die Vielfalt der örtliche Baukultur und Lebensweisen zu erweitern. Im Weiteren sollte der Austausch und die Zusammenarbeit mit Studierenden und Bewohner vor Ort die interkulturelle Kompetenzen und das Potenzial der Synergie beider Universitäten fördern.

 

Dozentin: Medine Altiok

In this year’s „Experimente mit Lehm“, which took place over four days each in June and July, the students once again faced the challenges of building with their own hands and feet.

In addition to the usual re/constructions of the claywalls, which were carried out under the supervision of master-plasterers Tatsuya Tokura and Makoto Tamura, one group devoted itself to designing the topography in the spirit of the japanese gardening. The designs for a small river, previously developed by the students on paper, met the existing site together with the master-gardener Yōsuke Yamaguchi. Influenced by the direct contact with the material and the feasible methodologies, the design changed fluidly and gradually embedded itself in the overall situation.