M1: Tentatives Entwerfen – Der behutsame Umbau der Künstlerhäuser Worpswede

M1: Tentatives Entwerfen – Der behutsame Umbau der Künstlerhäuser Worpswede

Dozent/Dozentin: Prof. Axel Sowa, Zhen Zhang

 

Erste Veranstaltung: Dienstag, 8. Oktober, 2019, 10-16 Uhr, Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie, Templergraben 49, 2. OG,

Weitere Termine: dienstags (gleicher Ort, gleiche Zeit),

alternierend Projekt- bzw. Seminararbeit

Exkursion nach Worpswede: Okt. 30 – Nov. 3 und 16. – 19. Jan.

 

AteliereingangWorpswede

Abb. Künstlerhäuser, Zustand Juni 2018 © Marlene Maier

Worpswede ist ein Künstlerdorf im Norden von Bremen. Die dortigen Künstlerhäuser wurden in den späten 1960er-Jahren geplant und 1971 fertig gestellt. Die Anlage befindet sich am Ortsrand zwischen Pferdeweiden und der Bahnstrecke des Moorexpress. Die völlig unprätentiös aneinander gereihten Häuser bilden seit nahezu fünfzig Jahren den unaufdringlichen Hintergrund für künstlerisches Schaffen. Obwohl die Künstlerhäuser keinen Denkmalschutz genießen, haben sie viele Vorzüge. Zu ihnen gehört die nüchterne Schönheit der weiß getünchten Backsteinwände, welche die hellen und gut zu nutzenden Atelierräume umschließen. Großzügige Fensterflächen verbinden die Räume mit dem weitläufigen Gelände, das zu spartenübergreifenden Kunstexperimenten einlädt. Doch die Künstlerhäuser sind in die Jahre gekommen. Weder ihre Konstruktion noch ihre Haustechnik entspricht heutigen Richtlinien, Standards und Normen. Schon ist vom Abriss der bestehenden Bauten die Rede. Doch mit dem Abriss würde nicht nur ein Zeugnis gebrauchstüchtiger Alltagsarchitektur, sondern auch ein Teil der modernen Ortsgeschichte verschwinden.

Was tun? In unserem M1-Projekt möchten wir in enger Kooperation mit dem Verein der Künstlerhäuser Worpswede Strategien für den behutsamen Umbau entwickeln. Ziel unserer Arbeit ist der Weg zum Erhalt und zur steten Verbesserung der Bauten. Unsere Werkzeuge sind: 1) Das aufmerksame „Lesen“ der konkreten Bausubstanz und ihres bauhistorischen Kontexts. 2) Die „erfinderische Analyse“, mit der wir uns zu den zentralen Themen unserer Entwurfsarbeit vorarbeiten werden und 3) das „tentative Entwerfen“ in dessen Verlauf wir unsere interventionistischen Lösungen erproben, diskutieren und fortlaufend revidieren werden.