Forschung

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Die Wissenskultur der Architektur / Candide. Journal for Architectural Knowledge
Wie entsteht architektonisches Wissen? Wie wird es erzeugt, inventarisiert, dargestellt und übertragen?
Mittels welcher Techniken und Methoden wir neues Wissen erlangt?
Über welches  Wissen verfügen Entwerfer, Auftraggeber und Nutzer von Architektur?
Welche Institutionen sind für die Herstellung und Weitergabe von architektonischem Wissen verantwortlich?
Diese und weitere Fragen zum Architekturwissen waren Ausgangspunkt der erste internationale Konferenz mit dem Titel “Constructing Knolwedge”, die vom Lehr- und Forschungsgebiet Architekturtheorie der RWTH-Aachen im November 2009 organisiert wurde. Die Veröffentlichung der Tagungsbeiträge ist im Internet unter der folgenden Adresse abrufbar:
http://darwin.bth.rwth-aachen.de/opus/volltexte/2011/3694/

Im Anschluss an die Tagung erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift Candide. Journal for Architectural Knowledge. Jede Ausgabe besteht aus fünf Rubriken mit den Titeln “Analyse”, “Essay”, “Projekt” “Begegnung” und “Fiktion”. Vor ihrer Veröffentlichung durchlaufen die Beiträge ein Peer-Review-Verfahren.
Candide wurde von 2010-2013 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft  (DFG) im Rahmen des LIS-Programm für Fachzeitschriften unterstützt. Jede Ausgabe von Candide erscheint zunächst in gedruckter Form im Verlag Hatje Cantz. Nach zwölf Monaten sind alle Artikel in deutscher oder englischer Sprache kostenlos online verfügbar unter: www.candidejournal.net

Frühe Baukomponenten aus Gusseisen – Modelle, Imitationen, Vertriebswege
Bereits um 1820 erscheinen die ersten Handelskataloge europäischer Eisengießereien. Die dort vorgestellten Modelle sind Prototypen einer beginnenden Serienproduktion gusseiserner Säulen, Treppen, Geländer und Öfen. Die Katalogware wird über sich stetig verzweigende Vertriebsnetze den stark expandierenden Märkten zugeführt. Durch die Bereitstellung günstiger Produktserien aus druckbeständigem Material leisten die europäischen Hüttenwerke einen ersten industriellen Beitrag zum Baugeschehen. Das polyvalente Material Gusseisen kommt nicht nur im Baugeschehen zur Anwendung. Aus Eisenguss werden ebenfalls kunstgewerbliche Gegenstände wie Gedenkmedallien, filigraner Schmuck sowie Mobiliar gefertigt. Durch die Möglichkeit hoher Auflagen wird die normative Kraft ausgesuchter Modelle gesteigert. Industrieunternehmen werden erstmals in die Lage versetzt, ästhetische und technische Standards zu setzten und beeinflussen in ihrer neuen Rolle als Gestalter von Objekten und Komponenten das bis dahin von Architekten, Handwerkern und Bauherren bestimmte Baugeschehen.
Ziel des Forschungsvorhabens ist die umfassende Beschreibung und Analyse der Konzeption und Produktion von Baukomponenten durch Eisengießereien in Belgien, Frankreich, England und Preußen in der Zeitspanne von 1820-1880. Die Forschungsarbeit soll neue Erkenntnisse zu den Bedingungen, Motiven, Haltungen, Strategien und Theorien zu Tage fördern, mit denen die Industrie ihre Rolle im Kontext des Bauens begründet und stetig ausbaut.

Die zentralen Fragestellungen sind hierbei:
Welchen Einfluss hatte die Gusseisenindustrie auf die Konzeption und Realisierung von Bauten?
Welche Bedeutung hat das Material Gusseisen für die Entwicklung architektonischer Stile?

  • Wie wirkt sich die Einführung von Handelskatalogen und die Entwicklung einer globalen Versandwirtschaft auf das Bauen aus?
  • Wie reagieren Theoretiker, Kritiker und Architekten auf die ersten industriellen Beiträge zum Bauen?

 

Veröffentlichungen

http://publications.rwth-aachen.de/