09/10 Grand Tour Revisited

Grand Tour Revisited. Die architektonische Pilgerfahrt heute.

Das Begleitseminar zu den Montagabendgesprächen untersucht den Sinn der Bildungsreise für Architekten heute wie früher. Schon vor der Kavalierstour (Grand Tour) des 18. und 19. Jahrhunderts war Reisen eine Quelle des Wissens und der Inspiration für aufstrebende Baumeistern. Grundsätzlicher: das Wort „theoria“ selbst entspricht der Kombination von Reisen, Sehen und Wissen. Im Verlauf des Reisens als eine initiatorische Wanderung vollzieht sich der Wissenserwerb und bildet sich die Person. Nachdem die ersten Reiserouten durch den Besuch von modellhaften Stätten der Antike festgelegt war, verzweigten sich die Routen in jüngerer Zeit, in die nun auch exotische oder anonyme Ziele aufgenommen wurden : japanische Häuser, mediterrane Dörfer, amerikanische Untergrund…Wie sehen heute die standardisierten oder persönlichen Reiserouten der Architekten aus?

Wie Architekten beschreiben und sich in Skizzen visuelle Notizen machen, wird uns durch die Analyse von klassischen Reisetagebüchern beschäftigen. Themen: Reisen als Trope der Epistemologie; Kanon und Modelle; Wahrnehmung; Beschreibung; Theorien des Blickes; Der Andere zu Hause: Weltausstellungen; Mobilität und Modernität; Tourismus; „Roots and routes“ : Identität zwischen dem Lokalen und dem Globalen